Bundesdrogenbeauftragter fordert Drug Checking
Hendrik Streeck gegen Ideologie seiner Partei
Der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU) plädiert für die Einführung von staatlich organisiertem Drug-Checking – also der Möglichkeit, Drogen vor dem Konsum auf gefährliche Beimischungen untersuchen zu lassen. Mit dieser Haltung widerspricht er der bisherigen Linie seiner Partei, die solche Angebote überwiegend ablehnt.
„Drug-Checking kann Leben retten, weil riskante Substanzen erkannt und Konsumenten gewarnt werden“, erklärte Streeck in einem Interview mit der Zeit. Er begrüße daher die Initiativen einzelner Städte wie Berlin, entsprechende Projekte einzuführen.
Neben dem Schutz der Konsumenten sieht Streeck auch Vorteile für die Behörden: Analysen könnten wertvolle Hinweise darüber liefern, welche Drogen aktuell im Umlauf sind. Bislang fehle es an einem verlässlichen Frühwarnsystem, so der Virologe. Problematisch sei zudem, dass nur wenige Drogentote obduziert würden, sodass Todesursachen oft unklar blieben.
Allerdings verwies Streeck auch auf die hohen Kosten: Im Schnitt belaufe sich eine Analyse auf rund 60 Euro pro Probe. Besonders besorgt zeigte er sich über die Zunahme von Todesfällen im Zusammenhang mit synthetischen Opioiden wie Fentanyl. Im Jahr 2024 starben in Deutschland 2137 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums – etwas weniger als im Jahr zuvor.





