CIA wirft Milliarden behandelter Mohnsamen über Afghanistan ab

CIA wirft Milliarden behandelter Mohnsamen über Afghanistan ab

Sabotage des Opium-Anbaus

Nach einem Bericht der Washington Post soll die CIA über viele Jahre hinweg eine geheime Operation durchgeführt haben, um den Opiumanbau in Afghanistan zu behindern. Demnach warfen CIA-Agenten nachts aus britischen C-130-Transportflugzeugen speziell behandelte Mohnsamen über Gebieten ab, in denen besonders viel Schlafmohn angebaut werde – vor allem in den Provinzen Nangahar und Helmand.

Die verdeckte Aktion begann laut dem Bericht im Frühjahr 2004 und lief vermutlich bis 2015. Die USA hatten zu dieser Zeit seit Jahren militärisch gegen die Taliban gekämpft, die das Land bis heute stark prägen. Ergänzend zu klassischen Militäreinsätzen wie Raketenangriffen und Artilleriefeuer sollten die manipulierten Mohnsamen den Drogenanbau von innen heraus schwächen.

Die Samen wurden wahrscheinlich genetisch nicht verändert, aber über Jahre hinweg so gezüchtet, dass sie nur geringe Mengen der für die Heroinproduktion wichtigen Opiumalkaloide enthielten. Nach dem Abwurf sollten sich die Pflanzen im Idealfall mit dem lokalen Mohn kreuzen und diesen langfristig verdrängen. Wie erfolgreich die Mission war, ist unklar.

Unabhängig davon meldet das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) einen starken Rückgang der Opiumproduktion in Afghanistan. Für das Jahr 2025 wird ein minus von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angegeben – und sogar 95 Prozent weniger als vor dem Anbauverbot, das die Taliban 2022 erlassen hatten.

Bemerkenswert ist dabei, dass die Preise trotz geringerer Erntemengen nicht gestiegen sind, was normalerweise zu erwarten wäre. Fachleute vermuten deshalb, dass der Mohnanbau teilweise in andere angrenzende Staaten verlagert worden sein könnte. Laut UNODC gibt es Hinweise auf stark wachsende Anbauflächen in zwei Nachbarländern, die jedoch nicht namentlich genannt werden.

Spiegel-Bericht