Kampagne PsychedeliCare nicht von Erfolg gekrönt

Kampagne PsychedeliCare nicht von Erfolg gekrönt

Initiative gescheitert

Die Initiative PsychedeliCare wollte einen grundlegenden Impuls für die europäische Gesundheitspolitik setzen – doch ihr Ziel wurde am Ende deutlich verfehlt. Als Europäische Bürgerinitiative gestartet, verfolgte die Kampagne das Anliegen, den Einsatz psychedelisch unterstützter Therapien in Europa stärker zu fördern. Hintergrund ist die wachsende wissenschaftliche Forschung zu Substanzen wie Psilocybin und MDMA, die in klinischen Studien etwa bei Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen oder Suchterkrankungen vielversprechende Ergebnisse gezeigt haben. PsychedeliCare forderte daher unter anderem mehr europäische Forschungsförderung, gemeinsame Standards für entsprechende Therapieansätze und eine koordinierte europäische Strategie im Umgang mit psychedelischen Wirkstoffen.

Formell handelte es sich um eine sogenannte europäische Bürgerinitiative. Dieses Instrument ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern der EU, politische Vorschläge direkt an die Europäische Kommission zu richten. Voraussetzung dafür ist jedoch eine hohe Hürde: Innerhalb eines Jahres müssen mindestens eine Million Unterstützungsunterschriften aus mindestens sieben EU-Mitgliedstaaten gesammelt werden. Wird dieses Ziel erreicht, ist die Europäische Kommission verpflichtet, sich offiziell mit der Initiative zu befassen.

Die Kampagne von PsychedeliCare startete im Januar 2025 und lief bis Januar 2026. Am Ende blieb das Ergebnis jedoch weit hinter den Anforderungen zurück. Insgesamt kamen rund 74.000 Unterstützungsbekundungen zusammen – weniger als ein Zehntel der notwendigen Stimmen. Damit verfehlte die Initiative die formalen Kriterien deutlich und gilt offiziell als gescheitert.

Dass eine europäische Bürgerinitiative die erforderliche Unterschriftenzahl nicht erreicht, ist allerdings kein Einzelfall. Das Instrument gilt als anspruchsvoll, da es eine europaweite Mobilisierung innerhalb relativ kurzer Zeit verlangt. Viele Initiativen scheitern bereits an dieser organisatorischen Herausforderung. Auch PsychedeliCare bewegte sich thematisch in einem Bereich, der zwar wissenschaftlich zunehmend Aufmerksamkeit erhält, politisch und gesellschaftlich jedoch weiterhin sensibel ist.

Trotz des formalen Misserfolgs hat die Kampagne dennoch zur Sichtbarkeit des Themas beigetragen. In den vergangenen Jahren hat die Forschung zu psychedelisch unterstützten Therapien international deutlich an Dynamik gewonnen, und auch in Europa entstehen immer mehr Studienprogramme und klinische Projekte. Vor diesem Hintergrund dürfte die Debatte über mögliche therapeutische Anwendungen psychedelischer Substanzen in der europäischen Gesundheitspolitik weiterhin an Bedeutung gewinnen – unabhängig davon, dass PsychedeliCare die formalen Hürden der europäischen Bürgerinitiative nicht überwinden konnte.

Zur PsychedeliCare-Website

Informationen der Europäischen Kommission