Potenzial von LSD-Mikrodosierung bei Depressionen
Neue Studie erschienen
Eine neue klinische Studie liefert erste Hinweise darauf, dass die Mikrodosierung von LSD eine sichere und gut verträgliche Behandlungsoption für Menschen mit moderaten Depressionen sein könnte. In einer achtwöchigen Phase-2A-Studie nahmen 19 Betroffene geringe Mengen LSD ein, zusätzlich zu ihrer bestehenden antidepressiven Medikation.
Die Teilnehmer (davon 15 Männer), von denen die meisten ein Antidepressivum einnahmen, erhielten insgesamt 16 LSD-Dosen (zunächst 8 µg, anschließend zweimal wöchentlich 6–20 µg zuhause), wobei die erste Dosis in der Klinik verabreicht wurde.
Die Ergebnisse sind vielversprechend: Die depressiven Symptome reduzierten sich im Durchschnitt um fast 60 Prozent und die Verbesserungen hielten bis zu sechs Monate an. Auch Angst, Stress und Grübelneigung nahmen deutlich ab, während sich die Lebensqualität verbesserte.
Schwerwiegende Nebenwirkungen traten nicht auf. Besonders bemerkenswert ist, dass erstmals auch mögliche Auswirkungen auf die Herzklappen untersucht wurden – ohne auffällige Befunde. Lediglich eine Person brach die Behandlung wegen vorübergehender Angstgefühle ab.
Die Forschenden betonen jedoch, dass größere randomisierte Studien notwendig sind, um die Wirksamkeit eindeutig zu belegen. Dennoch stärkt die Untersuchung das wachsende wissenschaftliche Interesse an Psychedelika als potenzielle neue Therapieoption bei psychischen Erkrankungen.
Studie: Daldegan-Bueno D, Donegan CJ, Sumner R, Forsyth A, Evans W, Alshakhouri M, Reynolds L, Ponton R, Smith T, Roop P, Hoeh N, Allen N, Sundram F, Menkes D, Muthukumaraswamy S. (2026), LSD microdosing in major depressive disorder: results from an open-label trial, Neuropharmacology 283: 110762.





