Trance als Hoffnungsträger in der Psychotherapie
arte: Dokumentation
Bonn/Paris. Was jahrtausendelang in schamanischen Ritualen, spirituellen Zeremonien und traditionellen Heilpraktiken verankert war, rückt zunehmend in den Fokus moderner Forschung: der Trancezustand. Die neue Dokumentation Trance – Die Heilkraft der inneren Reise zeigt, wie Wissenschaftler weltweit das therapeutische Potenzial veränderter Bewusstseinszustände neu bewerten – mit möglichen Konsequenzen für die Behandlung schwerer psychischer Erkrankungen.
Trance begleitet die Menschheit seit ihren frühesten Kulturen. Ob durch rhythmische Musik, Atemtechniken, Meditation oder psychoaktive Substanzen ausgelöst – der Zustand beschreibt eine intensive, zeitlich begrenzte Veränderung des Bewusstseins, bei der Betroffene häufig von einem Gefühl der Loslösung vom eigenen Körper und einer erweiterten Wahrnehmung berichten.
Lange galt Trance vor allem als spirituelles oder kulturelles Phänomen. Inzwischen liefert die Neurowissenschaft erste belastbare Hinweise darauf, dass der Zustand weit mehr sein könnte: ein therapeutisches Werkzeug. Forschende beobachten, dass während der Trance die neuronale Plastizität des Gehirns zunimmt. Neue synaptische Verbindungen entstehen, zugleich werden kaum genutzte neuronale Netzwerke reaktiviert. Diese Prozesse könnten Patienten helfen, festgefahrene Denk- und Verhaltensmuster zu durchbrechen.
Besonders großes Interesse gilt möglichen Anwendungen bei psychischen Erkrankungen wie Depression, Posttraumatische Belastungsstörung und Suchterkrankungen. Gerade in Fällen, in denen klassische Therapieformen an Grenzen stoßen, könnte Trance neue Behandlungsansätze eröffnen.
Die Forschung steckt zwar noch in den Anfängen, doch die bisherigen Erkenntnisse gelten als vielversprechend. Was einst als mystische Erfahrung verstanden wurde, könnte sich künftig als medizinischer Schlüssel zur Behandlung chronischer psychischer Leiden erweisen.





